Was ist der Augeninnendruck?
Der Augeninnendruck (Intraokulardruck) bezeichnet den physikalischen Druck, der auf der Innenwand des Augapfels lastet. Er sorgt dafür, dass das Auge seine annähernd kugelige Form behält und die optischen Abstände zwischen Hornhaut, Linse und Netzhaut stabil bleiben. Reguliert wird dieser Druck primär durch das sogenannte Kammerwasser. Diese klare Flüssigkeit wird im Ziliarkörper produziert, umspült die Linse und fließt über den Kammerwinkel wieder ab. Besteht ein gesundes Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss, bleibt der Druck im Normbereich.
Warum ist der Wert so wichtig?
Ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck ist der Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms, besser bekannt als „Grüner Star“. Da das Auge ein abgeschlossenes System ist, führt ein Überschuss an Kammerwasser zu steigendem Druck, der die empfindlichen Nervenfasern am Sehnervenkopf schädigen kann. Das Tückische daran: Ein erhöhter Druck schmerzt nicht und verursacht lange Zeit keine Symptome. Erst wenn der Sehnerv bereits massiv geschädigt ist, bemerken Betroffene Ausfälle im Sichtfeld. Eine frühzeitige Entdeckung ist daher essenziell, um die Sehkraft dauerhaft zu erhalten.
Messung und Normwerte
Der Druck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen. Als statistischer Normbereich gelten Werte zwischen 10 und 21 mmHg. Die Messung erfolgt mittels Tonometrie. In der modernen Augenheilkunde gibt es verschiedene Verfahren, wie die berührungslose Messung mittels Luftstoß oder die Goldmann-Applanationstonometrie, die als Goldstandard gilt. Wichtig zu wissen: Der Augeninnendruck unterliegt natürlichen Schwankungen im Tagesverlauf und ist auch von der Hornhautdicke abhängig. Eine dünne Hornhaut kann zu fälschlicherweise zu niedrigen, eine dicke Hornhaut zu fälschlicherweise zu hohen Messwerten führen.
Fazit: Vorsorge rettet Sehkraft
Da ein hoher Augeninnendruck unbemerkt bleibt, ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt ab dem 40. Lebensjahr besonders ratsam. Nur durch eine professionelle Messung kann ein Risiko frühzeitig erkannt und – falls nötig – durch drucksenkende Augentropfen oder kleine Eingriffe behandelt werden, bevor bleibende Schäden am Sehnerv entstehen.